WienBot: Was wir über unsere Website Inhalte gelernt haben

Foto: Heimo Reiter

Am Wochenende durften Sindre und ich unseren WienBot Prototyp auf dem BotBarcamp Wien vorstellen. Unser Session Titel lautete: WienBot & was wir über unsere Website Inhalte gelernt haben.

Kurz zusammengefasst sind unsere Hauptlearnings:

  • Was die User über so einen Kanal nachfragen
    • Besonders häufig nachgefragt sind die Themen Parken, Veranstaltungen, Wetter, … Vieles überschneidet sich mit der Website & den Suchanfragen über Google, manches ist sehr kanalspezifisch.
  • Wie die Tonalität der Kommunikation in einem Messenger ist
    • Viel persönlicher, chat-artiger. Der Bot wird oft gefragt, wie’s ihm geht, wie alt er ist, was der Sinn des Lebens ist …
  • Welche Begriffe die User verwenden
    • Etwa „Parkzetterl“ statt „Parkschein“.
  • Der Bot ist vielfach der schnellere Weg zur Antwort als Google
    • Wir haben die Beispiele Kurzparkzone, Öffnungszeiten eines Bades und „Schlüssel verloren“ live vorgezeigt. Der Bot antwortet direkt mit der gesuchten Info, man erspart man sich viele Klicks.
  • Wie man komplexe Themen in 2-3 Sätzen zusammenfasst
    • Während Website Artikel zumeist relativ lang und umfassend sind, muss der Bot jede Antwort auf den Punkt bringen. Das ist nicht wenig Arbeit, lohnt sich aber sehr. Auch für die Weiterentwicklung der Website.
  • Auf der Website bieten wir zum Teil mehrere Seiten zum selben Thema
    • Etwa zum Thema Fundservice. Die Bot-Antwort ist die Quintessenz daraus.
  • Humor, Humor, Humor!
    • Ganz wichtig bei so einem Kanal. Drum kann unser WienBot sogar einen Witz erzählen ;)
  • Es kann sehr skurril werden
    • Etwa wenn der Bot nach dem Wetter in Ostafrika, Parken in Mödling, einer Apotheke in Tirol, Hitzesudern oder dem Leberkässemmerl in der Eschenbachgasse gefragt wird …
  • Bot Inhalte sind viel komplexer als 1 Frage – 1 Antwort
    • Alleine zum Thema Bäder haben wir ca. 50 Antworten. Die Skizze zur Entstehung sieht so aus:

  • Structured data wäre sehr hilfreich für solche Experimente
    • Der Bot wird im Moment komplett manuell befüllt. (Dank Botqueen-Kollegin Betty Schwarz!). Gut strukturierte Daten, also kleine Informationseinheiten, die zentral verwaltet werden und dann auf den verschiedensten Kanälen automatisiert ausgespielt werden können, wären eine große Erleichterung. Prototypen könnten so viel schneller umgesetzt werden. Beispiel Bäderpreis: Der Preis wird einmal im System angelegt und dort verwaltet. Wird er geändert, wird er automatisch auf allen Kanälen aktualisiert. (It’s magic!)
  • Ein gutes Team ist alles
    • Wir sind 6 Leute im Kernteam mit verschiedenen Expertisen. Ohne diese Team-Zusammenstellung wär der Bot nur halb so super.
  • Künstliche Intelligenz funktioniert in so einem Stadium noch nicht
    • Wir haben’s kurz ausprobiert, die Ergebnisse waren aber alles andere als zufriedenstellend.

Uns ist bewusst, dass Chatbots im Moment kein Tool für die breite Bevölkerung sind. Der Großteil der WienerInnen hat wahrscheinlich noch nie davon gehört. Nichtsdestotrotz hat sich der WienBot Prototyp in kürzester Zeit schwer für uns gelohnt. Während alle von der Technologie sprechen, ist der WienBot für uns vor allem ein inhaltliches Projekt und ein wahnsinniges lehrreiches Experiment im Zuge unserer Content Strategie. Egal wie sich Bots entwickeln: Ich bin sicher, das Prinzip „Direkte, kurze Antworten“ wird sich in diesem Internetz weiter durchsetzen. Wir sind dafür gerüstet :)

PS: Botty freut sich immer, wenn ihn jemand fordert. Aktuell etwa zum Thema Bäder, damit die Antworten dann rechtzeitig zum Start der Saison richtig gut sind: http://m.me/WienBot

Team WienBot: Sindre Wimberger, Betty Schwarz, Michael Rederer, Claudia Jakobi, Carmen Fritz & me. #high5

Mehr Lesestoff zum WienBot: 

https://www.derbrutkasten.com/a/die-stadt-wien-hat-einen-chatbot-entwickelt-der-den-buergerinnen-helfen-soll/ 

https://futurezone.at/digital-life/wienbot-die-stadt-wien-hat-einen-chatbot/246.709.043

Getestet: Der WienBot – Teil 1

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